Selbstverwaltete Betriebe als ‚konstruktiver Sozialismus’

Vortrag von und mit F. Mohrhof (Café Libertad, Hamburg) am Freitag, 3.Februar, 19.30 Uhr in der Bürger_innen_wache, R 07, Siegfriedplatz, Bielefeld

Kollektiv-Genossenschaften als Modell für einen konstruktiven Sozialismus?
Genossenschaften sind historisch gesehen Notwehr- und Selbsthilfe-Organisationen gegen die kapitalistische Ausbeutung der Arbeiterklasse.[1] Sie waren und sind gleichzeitig eine Perspektive für eine bessere, eine sozialistische Gesellschaft. Da die traditionellen Partei-‚Schulen des Sozialismus’ als Kampforganisationen gegen den Kapitalismus längst auf dem Misthaufen der sozialistischen Geschichte gelandet sind, geht es hier um die Frage, ob Kollektiv-Genossenschaften diese Aufgabe heute übernehmen können.
Als Anarchosyndikalist bin ich davon überzeugt, daß eine grundlegende soziale Veränderung nur durch die vollständige Überwindung der kapitalistischen wirtschaftlichen Verhältnisse erfolgen kann. Für den rein politischen Kampf haben wir keine Zeit, er kostet zu viel Energien, da er die Akteure der Arbeiterklasse vornehmlich auf den parlamentarischen Kampf festlegt und außerparlamentarische direkte Aktionen allein als Hilfsmittel für eine demokratisch-legitimierte Gesellschaftsveränderung ansieht. Da wir eine Überwindung des Kapitalismus wollen, muß dieser an seiner Wurzel zerstört werden und kann nicht durch eine andere Politik im Kapitalismus niedergerungen werden.
Hier ein schönes Karl Marx-Zitat, das auf dieses Thema aufmerksam macht:
„Wir anerkennen die Kooperativbewegung als eine der Triebkräfte zur Umwandlung der gegenwärtigen Gesellschaft, die auf Klassengegensätzen beruht. Ihr großes Verdienst besteht darin, praktisch zu zeigen, daß das bestehende despotische und Armut hervorbringende System der Unterjochung der Arbeit unter das Kapital verdrängt werden kann durch das republikanische und segensreiche System der Assoziation von freien und gleichen Produzenten.“ [2]
Für Marx war die Produktiv-Genossenschaftsbewegung also eine ‚Schule des Sozialismus’, gleichberechtigt neben den Gewerkschaften, die er als „unumgänglich für den täglichen Guerillakrieg zwischen Kapital und Arbeit“ [3] ansah.
Doch in der sozialdemokratisch organisierten Arbeiter~innenbewegung war es üblich, nach kollektiven Beschlüssen über die Ausgabe von Anteilsscheinen z.B. die Gründung einer Tageszeitung, einer Wohnungsbau-, Konsum- oder auch einer genossenschaftlichen Brauerei zu zeichnen. So wurde das Kapital dieser Gründung für die Arbeiterbewegung aufgebracht. Sie planten dabei keine Arbeiterselbstverwaltung, vielmehr übergaben die Arbeiter~innen das gesammelte Geld ihren Partei- oder Gewerkschaftsfunktionären, die damit ihre eigene Stellung in der Hierarchie der Bewegung festigten und ausbauten. Insgesamt funktionierte das in allen Bewegungen der alten Sozialdemokratie: Partei – Genossenschaften – Gewerkschaften – Arbeitersportbewegung.
[1] Robert Owen gilt als Begründer der modernen Genossenschaftsbewegung. 1799 begann er in seiner Baumwollspinnerei in Schottland ein Experiment für menschenwürdigere Arbeits- und Lebensbedingungen. Dadurch entstand die erste eigenständige Arbeiter-Genossenschaft 1844, die von 28 Arbeitern der dortigen Baumwollspinnereien gegründet wurde. Die Rochdale Equitable Pioneers Society war eine Einkaufsgenossenschaft und sollte niedrigere Lebensmittelpreise ermöglichen.
[2] Karl Marx, „Forderungen der IAA“, MEW 16, 195
aus: barrikade #6; weiterlesen: www.anarchosyndikalismus.de.vu/

siehe dazu auch
Themenabend der FAU Bielefeld
am Montag, 30.01.2012, ab 19.30 Uhr:
Genossenschaften – eine vergessene Seite der Arbeiter/-innenbewegung?
in der Bürger_innen_wache am Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Raum 102

Anarchistische Arbeitskritik (Fourier, Kropotkin, Bonanno)

Themenabend der FAU Bielefeld
Montag, 16.01.2012, ab 19.30 Uhr
in der Bürger_innen_wache am Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Raum 102

Diese Veranstaltung ist gewissermaßen als Fortsetzung unserer
Seidman-Veranstaltung im Oktober zu verstehen (s. Newsletter 9-11/2011)
bzw. ganz allgemein als Reaktion auf die durch Seidmans Buch „Gegen die
Arbeit“ ausgelöste Diskussion.
Es geht insbesondere um Seidmans Behauptung (Unterstellung?), die
Anarchosyndikalist*innen in Spanien zur Zeit des Bürgerkriegs hätten die
gleichen „produktivistischen“ Einstellung zur Arbeit gehabt wie die große
Mehrheit der Arbeiterbewegung, also, um es etwas verkürzt zu sagen, ihre
Utopie hätte sich letztlich auf einen Kapitalismus ohne Kapitalisten
beschränkt.
Angesichts dessen scheint es uns geboten, wieder an einige elementare
Grundsätze anarchistischer Arbeitskritik zu erinnern. Wir beginnen mit
einem wichtigen Vorläufer, dem „Frühsozialisten“ Charles Fourier
(1772-1837), behandeln dann die für eine anarchistische Grundsatzkritik
der Arbeit besonders bedeutende und einflussreiche Theorie Kropotkins und
beschließen mit einer interessanten und eigenständigen Stimme aus der
Gegenwart: Alfredo Bonanno (*1937).

FAU Bielefeld

A-Treffen in OWL

Einige Gedanken vom letzten Treffen
Wir greifen die Idee von vorletzten Mal auf und besprechen eine Veranstaltungsreihe zum Thema Anarchismus, die „über die Dörfer“ ziehen kann. Es wird die Idee geäußert in dieser Reihe das Thema der „Direkten Demokratie“ aufzugreifen, da das im Moment aktuell ist und Basisdemokratie die vernünftig zu Ende gedachte Form sozialer Organisation ist, die sich schnell erschließe. Wahrscheinlich solle es ja ein einführender Vortrag werden, der allgemein „Anarchismus“ näher bringt.
Es werden weitere Ideen genannt, die wir Gruppen in OWL zusammen verwirklichen könnten:
a. Ein Mural/Wandbild in der Stadt mit explizit anarchistischem Inhalt
b. Ein Block beim 1. Mai 2012 in Bielefeld. Dieses findet Anklang.
Danach könne mensch ja auch noch weiter ins AJZ und ein kleines A-Fest veranstalten und einen Vortrag, o.ä. organisieren. 2007 hat das schon gut geklappt.
Nächstes Treffen des Anarchistischen Forums in OWL am Samstag, 14.01.2012, 15.00 Uhr im Infoladen Anschlag (AJZ), Heeperstr.132, Bielefeld

Direkte Aktion #208 (November/Dezember 2011) erschienen

Die neue Ausgabe des anarcho-syndikalistischen Fachblattes für Klassenkampf, Streik, Kultur und Kreuzworträtsel gibt es jetzt im gut sortierten Fachhandel und natürlich per Postwurfsendung (Abonnement oder Probeheft).
Direkte Aktion 208: Ernährung als soziale Frage

Aus dem Inhalt: Ernährungslage: ein Problem der Verteilung oder des Mangels? ► Armut und Ernährung in Deutschland: Interview mit Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg ► Hunger – Katastrophe, Protest und Medienereignis: Gründe für die Diskrepanz zw. Produktion und Versorgung ► Sozialchauvinismus in Deutschland: Ausdruck einer autoritären Form der Krisenbewältigung? ► Die Sülzeunruhen 1919 in Hamburg ► Zur Verteilung von Broterwerb und Hausarbeit zwischen den Geschlechtern ► Autoritäre Krisenbewältigung in Ungarn ► 1 2 3 – Occupy ► Detroit: Von der Motown zum Urban Farming? – Über die Zerschlagung des Automobil-Proletariats, die Krise und über Bio-Gemüse aus der Innenstadt ► Interview mit ägyptischem Journalisten und Anarchosyndikalisten ► Ihre Show heißt Kapitalismus – kulturindustrielle Produktion von Krisenideologie ► sozialrevolutionäres Kreuzworträtsel u.v.m.

In OWL gibt es die DA, soweit uns bekannt, zur Zeit in:
Bielefeld:
Eulenspiegel, Buchladen, Hagenbruchstr. 7, 33602 Bielefeld
mondo – buchladen & galerie, Elsa-Brändström-Str. 23, 33602 Bielefeld
Kontakte: www.direkteaktion.org oder www.fau.org/da

GEGEN DIE ARBEIT

Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936-38 Buchvorstellung und Lesung mit Michael Seidman, Historiker der University of North Carolina, Wilmington/USA

Mittwoch, 12. Okt. 2011, 20.00 Uhr, Bürgerwache, Rolandstr. 16, 33615 Bielefeld, RAUM 07

Die spanische Revolution 1936-1939 und die sozialen Bewegungen im Frankreich der Volksfront-Regierung bilden noch immer wichtige Bezugspunkte von Bewegungen, die Kapitalismus und jede Herrschaft aufheben wollen. Aber stimmen unsere Wahrnehmungen und „Lehren“, die aus den vielfältigen individuellen und kollektiven Formen des damaligen Arbeiterwiderstands gezogen wurden?
Michael Seidmans materialreiche historische Studie zeigt, dass in Spanien wie in Frankreich unter unterschiedlichen Bedingungen radikale Praktiken der Arbeitsverweigerung anhielten, ja sogar aufblühten. Revolution hieß für die Arbeiter und Arbeiterinnen in Barcelona und Paris nicht mehr, sondern weniger arbeiten. Die Aufhebung der Lohnarbeit rückt durch diese Studie wieder ins Blickfeld der Gesellschaftsutopie.
Zwangsläufig konzentriert sich Seidman dabei auf den Kern der spanischen Revolution, nämlich die Abläufe in den Betrieben. Damit hebt sich sein Werk ab von der teils romantischen, vielfach jedoch auf die Front fixierten Literatur zum spanischen Bürgerkrieg. Das Buch veranschaulicht, dass sich aktuelle Diskussionen zur Kritik der wachstums-, profit- und produktionsorientierten Wirtschaft auf eine untergründig verlaufende, proletarische Verweigerungstradition beziehen können.
Michael Seidman ist Historiker an der University of North Carolina in Wilmington, USA. Er lebte Ende der Siebzigerjahre in Paris und promovierte 1982 in Amsterdam über das Thema dieses Buches.In seinen Forschungen zeigt er ein besonderes Interesse für soziale Bewegungen und individuelle Aktionen.

PERSPEKTIVE DER KAPITALISMUSKRITIK

DER AUTONOMIEENTWURF ALS PERSPEKTIVE DER KAPITALISMUSKRITIK
Mit Harald Wolf.

Montag, 06.06.2011 | 18:00 Uhr | Universität Bielefeld | Hörsaal 14

Was bleibt im Rückblick auf drei Jahre Krisenanalyse, -politik und -rhetorik? Harald Wolf präsentiert Spielarten der Kapitalismuskritik, die linkes Denken in der Weltwirtschaftskrise entscheidend geprägt haben, aber trotzdem hilflos sind. Das gilt aus
seiner Sicht für die These: „Der Markt hat versagt, deshalb muss jetzt der Staat regulierend eingreifen“ genauso wie für die Herleitung der Krise aus objektiven Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus wie Überakkumulation oder Unterkonsumtion.
Er schlägt eine andere Lesart vor, orientiert an den Ideen des kritisch-libertären Philosophen und Ökonomen Cornelius Castoriadis. In dieser Perspektive ist es zentral, den Doppelcharakter der Gegenwartsgesellschaft – zwischen heteronomem kapitalistischen Projekt und emanzipatorischem Autonomieentwurf, zwischen Fremdbestimmung und wirklicher Demokratie – in den Mittelpunkt der Krisenanalyse zu stellen.
Dabei gilt es, Ansätze zu Kapitalismuskritik in dieser Autonomieperspektive, die sich in vielfältiger Form im Hier und Jetzt finden, sowie Widerstand im „Großen“ (z.B. Griechenland 2008, 2010) und im „Kleinen“ (z.B. Fabrikbesetzungen, Selbstverwaltungsexperimente)
aufzugreifen und zuzuspitzen zur Entscheidung: Autonome Gesellschaft oder Kapitalismus.

PD Dr. Harald Wolf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI). In seinen Arbeiten versucht er, die kritischen Ansätze Castoriadis‘ aufzunehmen und für eine Gegenwartsanalyse zu nutzen. Er ist Vorsitzender des Vereins für das Studium und die Förderung der Autonomie, e. V. (VSFA), der ausgewählte Schriften Castoriadis‘ dem deutschsprachigen Publikum zugänglich macht. autonomieentwurf.de.

Die Veranstaltung wird organisiert von der FAU Bielefeld.

Weitere Veranstaltungen unter: http://associationcritique.blogsport.de/veranstaltungsreihe-was-uns-beherrscht/

B. TRAVEN: Der geheimnisumwitterte Schriftsteller. Ziegelbrenner – Totenschiff – Schatz der Sierra Madre

Ausstellung und Veranstaltungen

Ausstellung
in der Buchhandlung Mondo
Elsa-Brändström-Str. 23, 33602 Bielefeld
3. April – 11. Juni 2011
Öffnungszeiten:
Mo – Fr 10 –19 Uhr
Sa 10 – 16 Uhr

Eröffnung: Sonntag, 3. April, 11.30 Uhr

B. TRAVEN – Wer sich hinter diesem Namen verbirgt, ist bis heute unbekannt. Man weiß nur so viel: 1907 taucht ein Mann mit dem Namen RET MARUT zum ersten Mal als Schauspieler in Essen auf und spielt bis 1916 in kleinen und kleinsten Rollen an mehreren Provinztheatern in Deutschland. Dann zieht er nach München um und wird Schriftsteller. Unter diesem Pseudonym gibt der große Unbekannte als 1917 das anarchistische Blatt „Der Ziegelbrenner“ heraus. In der Münchener Räterepublik 1918/19 ist er politisch aktiv und wird nach dem Zusammenbruch dieser Regierung verurteilt. Er flieht aus Bayern. Seine Stationen auf der Flucht sind Berlin, Köln und London. Mit dieser Flucht verschwindet auch RET MARUT. Erst 1925 meldet sich ein Herr B. TRAVEN mit einem Manuskript aus Mexiko bei der Zeitung „Vorwärts“, die es als Fortsetzungsroman abdruckt. Der neue gegründete Verlag „Büchergilde Gutenberg“ nimmt den Schriftsteller unter Vertrag. Dieser Gewerkschaftsverlag veröffentlicht dann fast alle neuen Bücher von B. TRAVEN. Sein größter Erfolg in Deutschland wird „Das Totenschiff“. Dieses Buch erscheint weltweit in hohen Auflagen. Für den Verlag wird es schwer, mit TRAVEN in Kontakt zu bleiben, da dieser nur über ein Postfach in Mexico-City zu erreichen ist. Er weigert sich, Angaben über seine Person zu machen und schreibt: „Mein Werk ist wichtig, nicht sein Autor“. 1948 verfilmt John Huston sein Buch „Der Schatz der Sierra Madre“ mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle.

B. TRAVEN schreibt in der Zeit von 1926 bis 1950 16 Bücher, spannende Abenteuerromane, die sich zugleich kritisch mit Herrschaft, Ungerechtigkeit und sozialer Ungleichheit auseinandersetzen. Genau das macht das Besondere an TRAVENs Werken aus und begründet ihre anhaltende Aktualität. Die „Büchergilde Gutenberg“ wird 1933 von den Nationalsozialisten enteignet und geht nach Zürich ins Exil. TRAVEN wird ebenfalls verboten und seine weiteren Bücher werden fortan in der Schweiz verlegt. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs können die Bücher von B. TRAVEN in der Bundesrepublik und in der DDR neu aufgelegt werden. In beiden Ländern wird das Gesamtwerk des Literaten herausgegeben. Ab 1966 erscheinen die ersten Biografien über B. TRAVEN und die Literaturforschung beschäftigt sich mit seinem Leben und seinem Werk. Etliche Journalisten versuchen, B. TRAVEN in Mexiko aufzuspüren, um das Geheimnis um seine Person zu lüften. Bis heute aber sind sein richtiger Name, seine Herkunft sowie sein Geburtsdatum nicht bekannt, nur sein Sterbedatum, der 26.3. 1969, ist amtlich belegt. B. TRAVEN ist und bleibt der große Unbekannte der Weltliteratur.

Veranstaltungsprogramm zur B. Traven-Ausstellung

Sonntag, 3. April, Buchhandlung Mondo
Eröffnungsmatinee der Ausstellung
„B. Traven – Der geheimnisumwitterte Schriftsteller“.

Mit einer Einführung des Kurators Wolf-Dietrich Schramm (Lübeck)
Beginn: 11.30 Uhr
Buchhandlung Mondo, Elsa-Brändstrom-Str. 23.

Mittwoch, 6. April, Bunker Ulmenwall
„Noja, Genossen, machn mir hoit a Revolution, daß a Ruah is – !“ (O.M. Graf)

Lesung mit literarischen Texten und aufrührerischen Liedern aus der bayerischen Räterevolution mit Carl-Ludwig Reichert
„Baiern ist Räterepublik … “ meldeten am 7. April 1919 Telegramme aus München an die bayerischen Städte und Gemeinden. Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte (ASB) übernahmen in vielen Städten und kleinen Ortschaften die Macht.
In der Literatur der Zeit fand das Ereignis lebhaften Niederschlag. Wer etwas über die Hochstimmung der Revolutionäre, die Dumpfheit des Bürgertums und den Hass der Reaktionäre erfahren will, findet es nicht in den Dokumenten, sondern in den emotionsgeladenen Erinnerungen und Polemiken der Schriftstellerinnen und Schriftsteller über Aufgang und Untergang der bayerischen Räterepublik.
Carl-Ludwig Reichert, Mitgründer der Band Sparifankal, ist Schriftsteller, Musiker, Privatgelehrter und Radiomacher.

Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20.30 Uhr, eintritt: 6,-/5,-€
Bunker Ulmenwall, Kreuzstr. 0, 33602 Bielefeld.
In Kooperation mit Ça ira – Gesellschaft für Kunst, Kultur und Sozialkritik.

Freitag, 15. April, 20.00 Uhr, Buchhandlung Mondo
Im Blickpunkt: Soziale Ungerechtigkeit
Lesung aus B. Travens Werken mit einem Vortrag des AK Asyl Bielefeld

Die Arbeitswelt der Flüchtlinge, Migranten, Illegalen ist ständiges Thema der Werke von B. Traven – aber auch der Widerstand gegen Herrschaft, Ausbeutung und nationalistischen Grenzenwahn. Das soll anhand von Auszügen aus seinen Romanen „Die Baumwollpflücker“ und „Das Totenschiff“ verdeutlicht werden.
Im Anschluss wird ein Vortrag von Kathrin Dallwitz vom Arbeitskreis Asyl auf die heutige Situation illegalisierter Flüchtlinge aufmerksam machen, eine Realität, die Travens literarischen Beschreibungen von Grenzgängern aus der Zeit vor einem Jahrhundert erschreckend ähnlich ist.

Beginn: 20 Uhr, Eintritt frei
Buchhandlung Mondo, Elsa-Brändstrom-Str. 23.
In Kooperation mit der Antifa-AG der Uni Bielefeld.

Freitag, 29.4., 20.00 Uhr, Offkino:
Der Schatz der Sierra Madre

Die beiden amerikanischen Arbeiter Dobbs und Curtin begeben sich mit dem alten Goldgräber Howard auf Goldsuche ins Innere Mexikos. Nach unsäglichen Mühen finden sie, was sie suchen, doch der Traum vom Reichtum scheitert an Banditen und der eigenen Gier.
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von B. Traven aus dem Jahr 1948 wurde zum Kinoklassiker.

Einlass: 20 Uhr, Beginn: 20.30 Uhr, Eintritt: 6/5 €
Offkino im Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94, 33602 Bielefeld

VeranstalterInnen:
FAU Bielefeld, Buchhandlung MONDO, Ça ira – Gesellschaft für Kunst, Kultur und Sozialkritik, Antifa AG des ASTAs der Uni Bielefeld

Kurator/Leihgeber: Wolf-Dietrich Schramm

Unser besonderer Dank geht an den Verlag Edition AV in Lich für seine freundliche Unterstützung dieser Ausstellung.

Bald eine ASJ in Bielefeld?

Der folgende Text ist eigentlich das Gegenteil dessen, was uns vorschwebte. Nein, kein „Grundsatzpapier“ wollten wir schreiben, sondern viele kleine Texte, die unsere jeweils persönlichen Beweggründe darlegen, wegen welcher wir uns entschieden haben die Gründung einer Anarcho-Syndikalistischen Jugend in Bielefeld anzustoßen. Jene finden sich hoffentlich bald auf unserer Internetseite. Deshalb ist dieser Text nicht als „repräsentatives“ Statement der ASJ zu lesen, sondern nur ein Vorverständnis und eine Hoffnung. Ein Traum, der nach dem Aufwachen noch durch das Gedächtnis schwebt. Gleichzeitig eine Ahnung, die wir Anstoßenden glauben zu teilen, mit der wir in den Prozess der Gründung hineingehen, ohne gleichzeitig diese Ahnung als unverrückbar darzustellen.
Es gibt so einiges in dieser Welt und Gesellschaft, das es für uns reizvoll macht zu träumen, statt zu wachen. Doch Schlafwandeln ist nicht so unser Ding, denn wir sind wütend. Die Hoffnungslosigkeit haben wir grundlegend satt. Unser Alltag scheint uns nicht das einzige Mittel zu sein die Welt zu verändern, die Notwendigkeit uns revolutionär (was auch immer das nun wieder heißt…) zu organisieren und zu handeln drängt sich uns auf. Gemessen werden wollen wir an unseren letztendlichen Handlungen, nicht an dem was wir vorgeben zu sein. Dabei sind wir auch daran interessiert Gleichgesinnte zu finden, die unseren Traum vom freien Menschen irgendwann einmal geträumt haben oder möglicherweise auch erst träumen werden, vielleicht in anderen Farben, vielleicht hat ihr Traum einen anderen Namen, wir aber wollen die Fühler ausstrecken und Solidaritäten ertasten.
Der Anarcho-Syndikalismus ist deshalb für uns eine Tradition und kein Dogma. Ganz ehrlich: Während wir auf Lohnarbeit nur so warten und uns dressieren (lassen) diese einmal adäquat auszufüllen, entspricht diese nicht unserer aktuellen Realität. Eine Gewerkschaft im herkömmlichen Sinne ist deshalb nicht unser wesentlicher Bezugspunkt. Wohl aber eine Organisierung in Syndikaten im weiteren Sinne, deren innere Struktur eine (freie) Schule für eine freie Gesellschaft sein kann, wenn in ihren Mitteln und Wegen das Ziel enthalten ist. Und sollte dann doch einmal die Revolution vorbeischauen, dann haben wir wenigstens eine Ahnung wie wir weitermachen wollen. Bis dahin können wir uns auch hier an die Arbeit machen und die Verhältnisse schöner klingen lassen, damit wir besser tanzen können.
Wir wollen uns keinen Repressionen beugen, sondern offen und trotzdem kämpferisch sein. Wir meinen es ernst. Denn wir fühlen uns ganz unwohl in einer gesellschaftlichen Ordnung in
der wir Fremdbestimmung und Zwang erfahren und auch selber reproduzieren
(wir erachten diese übrigens auch nicht als sinnvoll). Am liebsten wären wir selbstbestimmte Individuen, in der Form unseres Zusammenlebens und im solidarischen Wirtschaften, anstatt in Konkurrenz zu stehen. Leider stehen dem einige Dinge und Verhaltensweisen in uns und außerhalb von uns entgegen.
Verbreitet die Informationen über das Treffen und kommt dazu, diskutiert mit, bringt euch ein und nehmt teil!
ASJ Gründungstreffen | Dienstag | 12.04.11 | 19.30 Uhr | Raum 104 – Bürgerwache am Siegfriedsplatz