Direkte Aktion #217 Mai/Juni 2013

Schwerpunkt: Streik!
DA#217Ob Lehrer in Berlin oder Sicherheitspersonal in Frankfurt, wöchentlich sind neue Streikmeldungen in den Nachrichten. Wird in Deutschland wirklich mehr gestreikt? Eine Bestandsaufname zur Streikwilligkeit in diesem Land gibt’s in der neuen DA. Außerdem: Neues zur Tarifeinheit, in der Zeitlupe gibt es zum 40. Jahrestag einen Artikel über die wilden Streiks 1973 bei Ford und Pierburg. Im Hintergrund geht es um eine kritische Betrachtung der aktuellen Generalstreik-Diskussion in den Mainstream-Gewerkschaften und bei Globales gibt es Berichte über Generalstreiks und Repressionen u.a. in Portugal.
Darüber hinaus erfahrt ihr etwas über den erfolgreichen Arbeitskampf der FAU Berlin bei dem Bio-Hof Teltower Rübchen, die Diskussion über Kollektivbetriebe wird fortgesetzt und vieles mehr.

Aus dem Inhalt:
Betrieb und Gesellschaft
► Ein Schlag auf die Rübe: Der Bio-Hof „Teltower Rübchen“ musste einlenken. Der exklusive Rückblick in einen Arbeitskampf
► Anspruch und Wirklichkeit : Gericht zählt LeiharbeiterInnen nun voll zur Belegschaft
► Streiken gegen Nazis: Der Mössinger Generalstreik und der heutige Blick auf die Geschichte
► Dimensionen der Pressefreiheit: Pressefreiheit in Deutschland. Pressefreiheit im Kontext
► Unter dem Druck des Marktes: DA-Kollektivreihe: Selbstverwaltung zwischen Chance und Ideologie
Zeitlupe
► Ein historischer Wendepunkt: Der Streiksommer 1973
Globales
► Anatomie eines Protestes: Portugal wehrt sich gegen seine Regierung
► Der nüchtern-selbstbewusste Blick nach vorne: Wie erfolgreich sind wir eigentlich?
► Bummel-Zyprer und Mafia-Kohle: Die Zypernkrise und die sozialen Kämpfe
Hintergrund
► Massenstreik, (Links-)Partei und Gewerkschaften: Manchmal kommen sie wieder: Zur Kontinuität
der Massenstreikdebatte
Kultur
► Annäherungen an Franz Jung: Gespräch mit Lutz Schulenburg aus Anlass der Neu-Herausgabe von Jungs Das Trottelbuch“
► Internal Autonomy: Ein Gespräch mit Al & Nix von der walisischen Anarcho-Punkband

Zu kaufen gibt es die Direkte Aktion, soweit uns bekannt, in Bielefeld:
- Eulenspiegel, Buchladen, Hagenbruchstr. 7
- mondo, buchladen & galerie, Elsa-Brändström-Str. 23

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – Eure Tarifverträge sind Betrug – Leiharbeit abschaffen.

Redebeitrag der FAU Bielefeld auf der Demonstration am 1.Mai, Bielefeld

Am 1.Mai 1886 gab es in den USA einen Generalstreik, um die tägliche Arbeitszeit auf acht Stunden herabzusetzen. Chicago war das Zentrum der Bewegung, die von der „Central Labour Union“, dem anarchistischen Gewerkschaftsverband der Stadt, getragen wurde. Der Streik verlief weitgehend friedlich, die Stadt wurde lahmgelegt. Zur Eskalation mit den bekannten Ereignissen (Haymarket-Bombe, Justizmord an 8 Anarchisten) kam es erst in den Tagen danach. Aus Solidarität mit den Haymarket-Opfern wurde der 1. Mai von der internationalen Arbeiterbewegung zum Kampftag für den Achtstundentag erklärt.

Vor 80 Jahren, 1.Mai 1933, auch daran möchten wir erinnern. Statt die Nazis mit einem Generalstreik von der Platte zu fegen, krochen der ADBG (Vorläufer des DGB) und seine „Freien“ Gewerkschaften den Nazis tief ins Gedärm, um am 1.Mai 1933 mit der SA und anderen Nazis auf der Straße demonstrieren zu dürfen. Der Plan ging nicht auf. Statt von den Nazis zur „Nationalen Einheitsgewerkschaft“ erklärt zu werden, wurde auch der ADGB am 2.Mai verboten, mit den bekannten Folgen der Nazi-Barberei.

Leiharbeit abschaffen

Heraus zum 1.Mai auch heute!
Equal pay bedeutet, das ArbeiterInnen, die im selben Betrieb arbeiten, die die selbe Arbeit leisten, den selben Lohn erhalten, ohne Tricks und doppelten Boden. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Seit Jahren unterlaufen die sog. „Christlichen Gewerkschaften“ und auch der DGB diesen Grundsatz und ermöglichen so Lohndumping.
Mussten Arbeitsgerichte dies in der Vergangenheit aufgrund der gesetzlichen Grundlagen tolerieren, so sind heute diese „Tarifverträge“ und die sie aushandelnden christlichen „Gewerkschaften“ für Null und Nichtig erklärt worden. Eigentlich ein toller Erfolg, könnte doch jetzt der Equal-Pay-Grundsatz zur Geltung kommen, wie er im Gesetz über die Leiharbeit steht. Aber denkste, der DGB entblödet sich nicht, in die Bresche zu springen und alte Forderungen der Arbeiter_innen_bewegung zu untergraben: Der DGB will jetzt mit dem iGZ (Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen) und dem BZA (Bundesverband Zeitarbeit) Tarifverträge abschließen, die unwesentlich über denen der alten „christlichen“ liegen, aber noch weit entfernt sind von den in der jeweiligen Branche üblichen: 8,50€ in der Metallbranche bei ansonsten über 14,- € Stundenlohn. Warum macht dies der DGB?
Der DGB und seine „Gewerkschaften“ sind mehr eine Art „Versicherung“, allerdings ohne jegliche Wirkung“ gegen Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen geworden. Eine Kampforganisation von klassenbewussten Arbeiter_innen sind sie auf keinen Fall mehr, wollen sie z.T. auch nicht sein. Also, warum sollte sich ein_e Kollege_in noch im DGB organisieren.
Scheint es doch mit ihm schlechter als ohne, fragt sich wieder für wen? Für die Unternehmer bestimmt nicht, da sie einen verlässlichen und willigen Ansprechpartner haben, siehe die „Ehe“ Hundt – Sommer in der Frage der „Tarifeinheit“! Bleibt die Frage offen, für wen der DGB spricht, wenn er mit den Verbänden der Leiharbeit „Tarifverträge“ ausgeklüngelt?
Gerade im Bereich Leiharbeit ist es aber schwierig, das sich Kolleg_inn_en organisieren, da sie oft in vielen verschiedenen Betrieben, verschiedenen Abteilungen usw. eingesetzt werden. Gibt es überhaupt gewerkschaftlich organisierte Leiharbeiter_innen? Gibt es aktive Betriebs- oder Branchengruppen? Uns ist nichts dergleichen bekannt, so dass wir die Vermutung haben, das der der DGB bestenfalls in väterlicher Fürsorge, wohl eher aber aus Gefälligkeit gegenüber den Zeitarbeitsunternehmen handelt, quasi wie eine „gelbe“ Gewerkschaft! Und oberstes Prinzip ist, wie auch 1933, der Erhalt der Institution des DGB und seiner Gewerkschaften, als Selbstzweck für seine Funktionäre, die bestimmt mehr als 8,50€ pro Stunde daran verdienen!

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Schluss mit Leiharbeit, Minijobs, Arm durch Arbeit!
30 Stunden pro Woche sind mehr als genug!
Höhere Löhne statt höhere Aktienkurse!
Rente mit 60 statt schuften bis zur Bahre!
Streikrecht für alle!
Organisiert Euch in Euren Betrieben, Schulen, Stadtvierteln …
selbstbestimmt, basisdemokratisch!

Freie Arbeiterinnen Union Bielefeld
Kontakt: faubi-kontakt[ät]fau.org

Allgemeines Syndikat Dresden (FAU/IAA) plant bundesweite Demo zum 1. Mai

Kämpferischer 1. Mai, kämperische Gewerkschaftsbewegung

Die Basisgewerkschaft Allgemeines Syndikat Dresden plant für den diesjährigen 1. Mai wieder eine große Demonstration. Das Motto: „Wir kriegen nur wofür wir kämpfen! Organisiert Schule, Betrieb und Kiez!“

Bei der Demo soll es wieder um libertäre Ansätze für eine Welt ohne Unterdrückung gehen. Alternative und anarchistische Ansätze der Nachbarschaftshilfe, des kollektiven Wohnens, der Gewerkschaftsarbeit, der Bildung und der Ökonomie sollen aufgezeigt und beworben werden. Das Syndikat mobilisiert überregional für die Demonstration, sie soll den Zweck haben, ein Anlaufpunkt zur Weiterbildung, Diskussion und Vernetzung zu sein. Dieses Jahr wird außerdem mit einer zweistündigen Kundgebung in Sichtweite des DGB-Festes besonders auf die Basis der DGB-Gewerkschaften zugegangen, in der Hoffnung sie für basisgewerkschaftliche Konzepte begeistern zu können.

Die Demonstration soll in den nächsten Jahren eine regelmäßige Alternative für Libertäre aus dem gesamten Bundesgebiet werden. Für das Gelingen der Demonstration sind alle Gruppen um Hilfe bei der Bewerbung gebeten. Online-Banner und ein langer Demo-Aufruf sind in Kürze unter libertaeres-netzwerk.info zu finden. Plakate und Flyer können per Mail an keinspam.faudd@fau.org (natürlich keinspam. weglassen) bestellt werden. Über die selbe Adresse können, bitte möglichst zeitnah, Schlafplätze angefragt werden. Die Vorbereitungs-AG freut sich über die Organisation von Zugtreffpunkten und Bussen in den einzelnen Städten.

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Direkte Aktion #216 März / April 2013

Schwerpunkt: Demografischer Wandel


Neben einer Diskussion der weiblichen Altersarmut auch im Hinblick auf die Debatte rund um den demografischen Wandel findet ihr in der aktuellen Ausgabe unter anderem etwas darüber, was es mit der Hafenarbeitergewerkschaft contterm auf sich hat und warum sie für ver.di ein großes Ärgernis ist und wie die Bundeswehr für den DGB gerade zum neuen Bündnispartner avanciert. Weiter geht es auch mit der Diskussion um Kollektivbetriebe, nachdem die Kritik am Premium-Cola-Kollektiv und die darauf folgende Replik des Kollektivs ein starkes Echo hervorriefen.

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Kritische Wälder. Streifzüge durch den Anarchismus anhand neuerer Publikationen

Veranstaltung mit Michael Halfbrodt

Letztes Jahr stürmte der Anarchismus sogar die Bestsellerlisten und erhielt viel Beifall von der falschen Seite. Verkehrte Welt? Ein bisschen schon. Doch die Krise bringt alte Gewissheiten ins Wanken und schafft Raum für kritische Stimmen. Eine davon ist David Graeber mit seinem Buch „Schulden“. „Vor ein paar Jahren noch wäre so etwas allenfalls in linken Studentenläden und Antifa-Cafés verkauft worden“, wunderte sich das Feuilleton, und heute liegt es bei Bankers auf dem Nachttisch. Dass diese allerdings über das Vorwort hinausgelangt sind, darf bezweifelt werden. Denn so verkürzt und plakativ, wie in manchen Rezensionen dargestellt, sind die Thesen Graebers keineswegs. Zeit also, der Sache auf den Grund zu gehen. Und die eine oder andere Beziehung zu weiteren Neuerscheinungen herzustellen.

Dienstag, 19. März 2013, 20.00 Uhr Eintritt frei
Buchhandlung Mondo, Elsa-Brändström-Str. 23, 33602 Bielefeld
in Kooperation mit der FAU Bielefeld

Die vergessene Revolution: März 1920 – Aufstand an Rhein und Ruhr

Nieder mit dem Putsch – es lebe die soziale Revolution!
Am 13. März 1920 putschte Kapp gegen die Reichsregierung in Berlin. Am 15. März begann der eiligst ausgerufene Generalstreik. Bis zum 29. März traten allein im Ruhrgebiet mehr als 330.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in den Streik.
Eben diese ArbeiterInnen bildeten in den Städten spontan die sogenannten Arbeiterwehren. Außerdem organisierten sich 80. – 120.000 Menschen ebenso spontan in der „Roten Ruhr Armee“. Hinter der Front passierte aber noch viel mehr, und genau darum soll es in dieser Veranstaltung gehen.
Anhand eines PowerPoint unterstützten Vortrages rufen wir den März 1920, die Akteure auf allen Seiten und die „vergessene Revolution“ wieder in unsere Erinnerung.

präsentiert von „Schwarzer Freitag“ :
Vortrag mit Rudolf Mühland (FAU Düsseldorf)
Freitag, 15.März, 19.30 Uhr
in der Bürgerwache, R 104 (1.Etage rechts), Siegfriedplatz, Bielefeld
FAU Bielefeld – Selb(A)machen /ASJ Bielefeld

Darüber hinaus
veranstaltet die FAU Düsseldorf am Samstag, 30.März 2013 eine Fahrradtour durch das westliche Ruhrgebiet und den linken Niederrhein. Unterwegs wird Rudolf Mühland immer wieder über einzelne Aspekte der Märzrevolution (Generalstreik, Arbeiterräte, Arbeiterwehr, Rote Ruhrarmee, Antisemitismus, Konterrevolution und Opfer des Faschismus) referieren.
Alles was ihr mitbringen müsst ist ein funktionstüchtiges Fahrrad, der Witterung angemessene Kleidung, eine Thermokanne mit heißem Getränk und Picknickkorb.
Treffpunkt: Duisburg Hauptbahnhof, Hauptausgang
Anmeldung: bitte eine Mail an faud1[at]fau.org mit dem Betreff 1920 und schreibt, mit wie vielen Personen ihr teilnehmen wollt.

Für ein Anarchistisches Forum in Ostwestfalen-Lippe (AFOwl)

RE-Opened: 16.03., 14.00Uhr, „Direkt-Haus, Stapenhorststr.67, Bielefeld


Derzeit befindet sich die Welt in einem Zustand sozialer, wirtschaftlicher und politischer Veränderungsprozesse, wie mindestens seit den 1960er Jahren, wahrscheinlich seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr erlebt wurden. In allen Regionen der Welt begehren Menschen auf, kämpfen gegen ihre Unterdrücker_innen und für ein freies, selbstbestimmtes Leben frei von materieller Not, Ausbeutung und Unterdrückung. Um diese Ziele zu erreichen, ist die Überwindung der herrschenden, kapitalistischen Gesellschaftsordnung keine Option, sondern eine zwingende Notwendigkeit.

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Kaputt durch Arbeit. Wie der Kapitalismus Körper, Geist und Seele zerstört

Vortrag und Diskussion mit Burkhard Wiebel (Neurowissenschaftler) & Alisha Pilenko (Diplom-Psychologin)

Freitag, 1.Februar 2013, 19.30 Uhr in der Bürgerwache Bielefeld, Siegfriedplatz in der Reihe „Schwarzer Freitag“

FAU Bielefeld – Hartz4-Betroffene-Herford – Libertäres Netzwerk Lippe

Burnout und Rückenbeschwerden, steigende seelische und körperliche Belastungen und Krankheiten sind allgegenwärtig, werden wahrgenommen und in den Medien besprochen. Aber woher kommen diese “neuen“ Zivilisationskrankheiten, welche Ursachen bestehen zwischen gesellschaftlichen Veränderungen und persönlicher Entwicklung? Sind es z.B. ständig steigende Leistungsanforderungen am Arbeitsplatz, in der Schule, der Universität? Sind es Angst vor „Versagen“, Arbeitslosigkeit oder gesellschaftlichem Abstieg, die uns jede Kröte schlucken lassen, uns vereinzeln und damit eine „Augen-zu-und-durch-Mentalität“ entstehen lassen? Wo bleibt da noch Raum für Mitgefühl und Solidarität für Andere? Und inwieweit hängen gesellschaftliche Veränderungen mit der Entwicklung unseres Gehirns zusammen. Können wir rasanten gesellschaftlichen Veränderungen noch folgen?

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